Herkunftsprachen – StudyCompass

Auf einen Blick


Für: Studierende


Themen: Mehrsprachigkeit und Interkulturalität weiterentwickeln, berufliche Perspektiven verbessern, interkulturelle Mittlerrolle ermöglichen, Chanchengerechtigkeit verwirklichen, Persönlichkeitsentwicklung begleiten, Selbstbewusstsein stärken, Integration beschleunigen und verbessern


Teilprojekt von StudyCompass


Ort: Frankfurt University of Applied Sciences


Potenziale erkennen, Chancen nutzen – stark in Hochschule und Beruf

Viele Studierende der Frankfurt UAS sprechen mehrere Sprachen seit ihrer Kindheit: Deutsch – und eine Sprache, die man in der Schule nur selten lernt, Türkisch etwa oder Italienisch… Sie sprechen und verstehen diese Sprache meistens gut – aber über die Umgangssprache hinaus gibt es viele Herausforderungen: Fast niemand kann in der Herkunftssprache schreiben. Einige würden die Sprache gern an der Hochschule einsetzen, aber sie kennen die angemessene akademische Sprachebene nicht. Andere wünschen sich, ihre Herkunftssprache beruflich nutzen zu können, jedoch fehlt ihnen hierfür die passende Fachterminologie.

Von Arabisch bis Türkisch

Am Fachsprachenzentrum der Frankfurt UAS kann man 11 dieser Herkunftssprachen lernen, von Arabisch über Chinesisch und Kurdisch bis zu Russisch, Serbisch und Türkisch. Hier können Studierende ihre Herkunftssprache ausbauen und verbessern, immer ausgehend vom jeweils individuellen Stand: Sie können in Selbstlernkursen das Schreiben lernen (aktuell für Persisch und Russisch). Sie vertiefen ihren akademischen und berufsbezogenen Wortschatz und lernen, Mails oder kleine Fachtexte zu schreiben. Sie erwerben interkulturelle Kompetenzen und werden zu Mittlern zwischen der deutschen und ihrer Herkunftskultur.

Studierende der Sozialen Arbeit können z.B. in sozialen Konflikt- und Stresssituationen schlichtend eingreifen. BWL-Studierende lernen, ihre Fachkompetenz im internationalen Kontext oder auch im Kundenkontakt in Deutschland auf Deutsch und in ihrer Herkunftssprache zu zeigen und stärken ihre Kommunikationskompetenz. In der Hebammenwissenschaft helfen sprachliche und interkulturelle Kompetenzen, in einer psychologisch und emotional herausfordernden Situation wie der Geburt den richtigen Zugang zu der Patientin zu finden. Diese Beispiele lassen sich vielfältig fortsetzen. Sie zeigen, dass Herkunftssprecher*innen in ihrem jeweiligen akademischen oder beruflichen Umfeld eine wichtige Brückenfunktion einnehmen können. Mehrsprachigkeit ist im Berufsleben und für Mobilität relevant – aber eben auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die eigene Persönlichkeit.

Herkunftssprachenkenntnisse sind in diesem Sinne eine Ressource, die viele Studierende mitbringen und die über das Herkunftssprachenprogramm der Frankfurt UAS gewürdigt und ausgebaut werden kann. Im Unterschied zum Erwerb einer Fremdsprache sind die Sprachgrundlagen bei Herkunftssprachen schon da: Der Lernprozess ist kürzer, ein berufstaugliches Niveau wird viel schneller erreicht.

Herkunftssprachenkenntnis ist wichtig für eine erfolgreiche Bildungskarriere und Berufstätigkeit, für Identitätsentwicklung und interkulturelle Kompetenz, und sie ist durch ihre Brückenfunktion ein wichtiger Bestandteil von Integration und gesellschaftlicher Verantwortung, auch der Hochschule.

Die Herkunftssprache ist eine Ressource im Kontext von Globalisierungsprozessen und nicht zuletzt auch ein Baustein in der Weiterentwicklung der Deutschkompetenz. Herkunftssprachenkenntnis ist wichtig für eine erfolgreiche Bildungskarriere und Berufstätigkeit, für Identitätsentwicklung und interkulturelle Kompetenz, und sie ist durch ihre Brückenfunktion ein wichtiger Bestandteil von Integration und gesellschaftlicher Verantwortung, auch der Hochschule.

Zur Verdeutlichung im Folgenden noch zwei Statements von Kursteilnehmer*innen:

„Im Bereich Stadtplanung gibt es ein Netzwerk, das für den Austausch unter deutsch-chinesischen Unternehmen zuständig ist (NAX Architekturexport). Da ich mein Chinesisch verbessert habe, würde ich meine Chinesisch-Kenntnisse weiternutzen. Mein jetziger Praktikumsgeber (Schneider+Schumacher Architekturbüro) ist auch interessiert an dieser Qualifikation“. (Sophie Simone Steiner, FB1)

„Ich bin Herkunftssprachlerin in Polnisch und Russisch und konnte sehr von den angebotenen Kursen profitieren… Nicht nur im persönlichen Kontext ist es mir von Vorteil diese Sprachen zu sprechen, sondern auch in der Arbeitswelt. Ich als angehende Sozialarbeiterin habe auf meiner Arbeit in einer Drogenberatungsstelle viel mit Menschen unterschiedlicher Herkunft zu tun. Oft sind hierbei meine Sprachkenntnisse in Russisch, Polnisch und Spanisch nicht nur von Vorteil, sondern essenziell in der Kommunikation mit Klient*innen!“ (Lea Rassadin, FB 4)


Ansprechpartner*in

Dr. Sabine Schmidt | Dr. Elena Tchernega Meinert, Frankfurt University of Applied Sciences


Siehe auch